• Sicherheit für Lebensretter

    Am und auf dem Wasser

    Sabrina Sigmund, 20.08.2021

Richtige Ausrüstung rettet mehr als ein Leben

Sie informiert über Gefahren sowie sicherheitsbewusstes Verhalten in und am Wasser, bildet Personen in der Selbstrettung aus und organisiert Wasserrettungsdienste im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Zu den Kernaufgabe der DLRG gehören die Bekämpfung des Ertrinkungstodes sowie die Ausbildung von DLRG Rettungsschwimmern. Die DLRG hilft bei Unfällen und Notlagen an Küsten, Flüssen und Seen sowie in Frei- und Hallenbädern, um die Freizeit am Wasser sicher zu gestalten. Wir haben uns mit Einsatzleiter Holger Heuer und Pressesprecher Frederik Bremer vom DLRG Goch über ihren Einsatz im Wasser- und Katastrophenschutz unterhalten – und sie dabei gleich mal auf ihre Sicherheitsschuhe angesprochen.

So wichtig ist die passende DLRG Ausrüstung

Hallo ihr beiden, willkommen bei ELTEN! Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, mit uns über die vielfältigen Aufgaben der DLRG zu sprechen. Möchtet ihr uns zu Beginn etwas über die DLRG erzählen? Was macht die DLRG und was sind ihre Einsatzbereiche?

Heuer: Die DLRG ist im Wasserrettungsdienst (Personensuche, Fahrzeugbergung), im Katastrophenschutz (z.B. Hochwasser) sowie in sonstigen Großschadenslagen (z.B. Kyrill oder Bombenentschärfung) aktiv. Zudem haben wir eine eigene Pressearbeit und Verbandskommunikation und sind im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit (z.B. zur Aufklärung über Wassergefahren) tätig. Auch die Aus- und Fortbildung im Schwimmen bildet einen Schwerpunkt unserer Arbeit und ist ein wesentlicher Beitrag zur Ertrinkungsprävention. Unsere Rettungsschwimmausbildung für jedermann dient dazu, sich selbst und andere Menschen zu retten.

Bremer: Alle DLRG-Verbände sowie auch die DLRG Goch richten ihr Tun und Handeln an gemeinsamen Werten aus. Wir haben uns der Verhinderung von Ertrinkungsfällen verpflichtet und tragen verantwortlich dazu bei, die Sicherheit der Menschen im, am und auf dem Wasser zu gewährleisten. Vertrauen, Glaubwürdigkeit, gemeinschaftliches und humanitäres Handeln bilden die Grundlage unseres Umgangs. Darin liegt die Stärke der DLRG.

DLRG Einsatz im Katastrophengebiet

Das hört sich wirklich interessant an. Wenn ihr im Katastrophenschutz tätig seid, wie sehen da eure Unterstützungsleistungen vor Ort aus und mit welchen anderen Einsatzteams arbeitet ihr dabei zusammen?

Bremer: Andere Einsatzteams, mit denen wir dabei zusammenarbeiten, sind z.B. THW, Feuerwehr, DRK, Malteser, Polizei und Rettungsdienst.

Heuer: Wir unterstützen speziell bei der Erkundung und Evakuierung sowie beim Retten und Bergen von Personen, Fahrzeugen und Häusern. Dazu richten wir Bereitstellungsräume (Sammelplätze für Einsatzkräfte) ein. Außerdem leisten wir viele technische Hilfeleistungen. Zuletzt waren wir mit dem Wasserrettungszug im Katastrophengebiet Erftstadt unterwegs und haben vor Ort geholfen, Menschen aus überschwemmten Häusern zu evakuieren.

Gibt es bestimmte Einsatzsituationen, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind – sei es positiv oder negativ?

Heuer: Es gibt viele Fälle, die ans Herz gehen und natürlich auch in Erinnerung bleiben. Egal, ob positiv oder negativ: Arbeiten mit Menschen ist auch immer die Arbeit mit persönlichen Schicksalen. Gerade die Aufgaben bei Hochwassereinsätzen sind mit großen Emotionen verbunden. Wir arbeiten im Akkord, um Betroffenen die Hilfe zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Die Dankbarkeit, die einem dann entgegengebracht wird, ist das, was unseren Lohn ausmacht. Wir wollen Menschen helfen und ihnen die Sicherheit geben, die ihnen das Wasser genommen hat.

Bremer: Es gibt aber auch Einsätze, beispielsweise im Bereich der Wasserrettung, die uns auf eine andere Art und Weise ans Herz gehen. Einsätze mit vermissten Kindern im Badesee sind für uns sehr schwierig. Viele von uns sind selbst Eltern und deshalb ist es wichtig, das nicht komplett an uns heran zu lassen, sondern in dem Moment die Gedanken der Eltern im Hinterkopf und die Rettung im Vordergrund zu halten. Die Erleichterung ist dann natürlich um so größer, wenn ein solcher Rettungseinsatz erfolgreich war.

Was macht ein DLRG Einsatzleiter?

Da möchten wir direkt eine Frage an dich anschließen, Holger! Was sind die Aufgaben eines DLRG-Einsatzleiters?

Heuer: Sehr gerne! Ein DLRG-Einsatzleiter ist zuständig für die Koordinierung der Einsatzkräfte. Ich kümmere mich um die Vor- und Nachbereitung von Einsätzen, spreche mit über- und untergeordneten sowie gleichgestellten Einsatzeinheiten und mache eine Gefahrenanalyse, um vorhandene Kräfte strategisch gut einzusetzen. Zudem bin ich Ansprechpartner für Dritte bei allen Themen rund um den Bereich Einsatz und DLRG Ausrüstung. Meine Tätigkeiten führe ich ehrenamtlich aus; das nimmt schon mal gut und gerne 20 Stunden in der Woche ein – aber die sind es mir wert.

So könnt ihr Mitglied werden!

Wie viele Mitglieder hat die DLRG Goch aktuell und wie kann man Mitglied werden? Und muss man, um Mitglied zu werden, gewisse (sportliche) Vorerfahrungen oder Kenntnisse haben?

Bremer: Aktuell haben wir ca. 1.000 Mitglieder. Mitglied werden kann man ganz einfach über den Mitgliedsantrag auf unserer Homepage. In den vielen Bereichen unseres Vereins (Schwimmausbildung, Erste Hilfe und Sanitätsausbildung, Einsatzausbildung, Wasserrettungsdienst, Katastrophenschutz, Realistische Unfall- und Notfalldarstellung, Jugend-Einsatz-Team, Veranstaltungsabsicherung) werden Ausbildungen angeboten und vom Verein getragen. Mitglieder mit Vorerfahrung in diesen Bereichen sind herzlich willkommen, jedoch ist dies keine Voraussetzung. Jeder kann bei uns mitmachen.

Heuer: Für den Wasserrettungsdienst bringt die idealen Voraussetzungen mit, wer gerne im Wasser ist und Spaß am Schwimmen hat. Natürlich finden bei uns regelmäßig Schwimmtrainings statt – und man kann sich bei rettungssportlichen Wettkämpfen mit anderen Mitgliedern messen. Der Rettungssport bildet einen wichtigen Zugang in die DLRG und erhöht die Motivation für das eigene Engagement in der DLRG. „Jeder Mensch ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter“, so das Leitbild unserer Ortsgruppe seit ihrer Gründung im Jahr 1961.

Bestandteile der DLRG Ausrüstung

Wo wir gerade bei den Voraussetzungen sind: Welche Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist bei der DLRG vorgeschrieben? Wie sieht die DLRG Ausrüstung aus?

Heuer: Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist bei allen Einsatzarten die Standard-Einsatzkleidung der DLRG zu tragen. Diese sollte entsprechend der Ausstattungs- und Kombinationsvarianten an Witterung und Tragedauer angepasst werden. Unsere reguläre Wasserrettung benötigt die DLRG Einsatzkleidung, bestehend aus Hose, Jacke, Cap und T-Shirt. Dazu sind Sicherheitsschuhe der Klasse S3 vorgeschrieben.

Bremer: Es gibt verschiedene Einsatzbereiche, in denen verschiedene Ausrüstung vorgeschrieben und auch notwendig ist. Entsprechend örtlicher Gefährdungsbeurteilung muss die Standard-Einsatzkleidung um Elemente der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) erweitert werden. Zur PSA gehören Helm, Sicherheitsschuhe Klasse S2 bzw. S3, Infektionsschutzhandschuhe, Arbeitsschutzhandschuhe, Infektionsschutzbekleidung, Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter sowie gegen Hitze und Feuer. Für Strömungstaucher gelten noch einmal andere PSA-Regeln. Für diese sind unter anderem ein Neoprenanzug, Handschuhe, Helm, eine Wildwasserweste und festes (Sicherheits-)Schuhwerk vorgeschrieben.

Sicherheitsschuhe als Teil der DLRG Ausrüstung

Apropos Sicherheitsschuhe: Welche Anforderungen muss denn das Schuhwerk erfüllen, das ihr bei euren Einsätzen tragt?

Heuer: Je nach Einsatzgebiet ist ein S2- oder S3-Sicherheitsschuh die richtige Wahl. Wir tragen Stiefel; aber auch Halbschuhe, die den gängigen Sicherheitsnormen entsprechen, sind eine gute Option. In den Einsatzgebieten, in denen S2-Schuhe getragen werden, müssen die Sicherheitsschuhe über eine Zehenschutzkappe – entweder aus Stahl oder Kunststoff – verfügen und wasserdurchtrittsicher sein. Im S3-Bereich kommt noch ein Durchtrittschutz dazu. Dieser kann aus textilem Material oder aus Metall sein. Auch hier bietet sich ein wasserabweisendes Material wie GORE-TEX an. Zusätzlich müssen die Sicherheitsschuhe sehr bequem sein, da man mit ihnen mehrere Stunden stehen, gehen oder laufen muss. Gerade auf unwegsamen Untergründen wie Matsch, Geröll oder Lehm müssen die Schuhe einiges aushalten.

Bremer: Mit ELTEN haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der den Ansprüchen unserer wechselnden Einsatzgebiete gerecht werden kann. (Zwinkert)

CRAIG und CURT im DLRG Einsatz

Warum habt ihr euch denn für ELTEN Sicherheitsschuhe entschieden? Und welches Modell tragt ihr am liebsten?

Bremer: Zu ELTEN fühlen wir uns allein schon durch den lokalen Bezug stark verbunden. Wir Niederrheiner halten zusammen. Zudem haben wir, privat oder beruflich, sehr gute Erfahrung mit den Schuhen von ELTEN gemacht. Bei unseren Einsätzen, wie zuletzt beim Hochwassereinsatz in Erftstadt, tragen wir die Modelle CRAIG und CURT GTX. Dank des GORE-TEX Materials im Innenfutter bleiben die Füße trocken – und das ist bei unseren Tätigkeiten am und auf dem Wasser ein Riesenplus. Der CRAIG GTX hat zudem einen Schnittschutz für Kettensägenarbeiten und übersteht eine Kettengeschwindigkeit von 24 m/s. Super finde ich auch die Ausziehhilfe an der Ferse sowie das weiche Knöchelpolster. Dadurch kann der Stiefel schnell an- und wieder ausgezogen werden und sitzt innerhalb kürzester Zeit bequem am Fuß.

20. August 2021 / von Sabrina Sigmund
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