• Ganz schön clever

    Was moderne Textilien leisten können

    Anja Burkhardt (Colortex GmbH Schuhtextilien und Accessoires), 19.08.2016

Intelligente Textilien für moderne Sicherheitsschuhe

Intelligente Textilien können heutzutage aus Sicherheitsschuhen Hightech-Produkte machen. Spezialfasern oder Spezialbeschichtungen gibt es bereits für (fast) alle Anwendungen. Die Einsatzgebiete der Textilien sind vielfältig. So sorgen sie beispielsweise dafür, dass die Füße vor Feuchtigkeit von außen geschützt sind, gleichzeitig aber Schweiß aus dem Schuh entweichen kann. Oder sie machen den Sicherheitsschuh an bestimmten Stellen wie der Zehenschutzkappe besonders abriebbeständig, was sich positiv auf die Langlebigkeit des Schuhs auswirkt. Andere Hightech-Materialien wiederum ermöglichen neuartigen Fußschutz für Menschen, die aufgrund bestimmter Krankheiten wie Diabetes und daraus resultierender, gestörter Wundheilung beispielsweise auf antibakterielle Eigenschaften in den Textilien angewiesen sind. Aber auch Beschichtungen, die sich ihrer Umgebung anpassen oder sich entsprechend den Vorstellungen des Trägers verändern, sind keine Zukunftsmusik mehr.

Doch nicht nur die Funktion ist entscheidend, auch die Optik spielt eine immer größere Rolle. Textildesign mit räumlichen, dreidimensionalen Strukturen, bedruckt oder 3D-gedruckt, geprägt und oberflächenveredelt – auch hier schreitet die Entwicklung immer weiter voran. Zudem kommen Materialien, die wir aus dem Sportbereich oder von medizinischen Textilien kennen, verstärkt in Sicherheitsschuhen zum Einsatz. Ziel ist es stets, Materialien für Menschen zu entwickeln, die Wert auf Schutz und Sicherheit, aber auch angenehmes Tragegefühl und Design legen.

Cordura: Für extreme Bedingungen entwickelt

Ein Beispiel für eine Spezialfaser, die bereits heute in Sicherheitsschuhen zum Einsatz kommt, ist Cordura. Cordura ist eine eingetragene Marke des Schweizer Unternehmens Invista. Bei der Herstellung von Cordura werden geschnittene Fasern versponnen und dann verwoben. Daher ist es reißfester als vergleichbare Materialien.

Cordura wird häufig bei der Herstellung von Motorradschutzkleidung, Arbeitskleidung, Gurtzeugen und Sporttaschen eingesetzt –  also überall dort, wo es auf Langlebigkeit, Haltbarkeit und Sicherheit ankommt. Cordurastoffe sind daher auch nachhaltiger als andere, da sie aufgrund dieser Eigenschaften weniger oft ausgetauscht werden müssen.

Für den Einsatz unter extremen Bedingungen entwickelt ist Cordura 1100 S2.  Es ist fest und haltbar, reiß- und extrem scheuerfest, wasserdampfdurchlässig und bietet dank seiner Leichtigkeit einen hohen Tragekomfort. Ein speziell entwickelter Aufbau macht den Einsatz im Bereich Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe für die Klasse S2, aber auch bei Outdoor- und Winterstiefeln, möglich.

Intelligente Textilien: Der Blick nach vorne

Cordura 1100 S2 ist eine gute Alternative zu Materialien mit Membran. Es ist wasser- und winddicht, dabei aber gleichzeitig sehr atmungsaktiv. Dass die Wasserbeständigkeit nicht mit Hilfe des Futters, sondern des Obermaterials erzielt wird, macht sich in einem verbesserten Tragekomfort bemerkbar; außerdem kommen die Füße weniger ins Schwitzen. Erste Ergebnisse aus einem aktuell laufenden ZIM-Projekt bestätigen diese Wirkung.

Intelligente Textilien werden durch Oberflächenveränderungen physikalischer oder chemischer Art immer attraktiver. Kleidung, die durch den Einsatz von Tonmineralien je nach Bedarf kühlt oder wärmt, ist keine Utopie mehr. Gleiches gilt für Textilien, die Stoffe freisetzen, die unser Leben besser, attraktiver und spannender machen. So wird an Fasern geforscht, die mit antibakteriellen Geruchskillern versetzt unangenehme Gerüche wie Rauch neutralisieren.

Schöne neue Shopping-Welt

Die Integration von Elektronik und Mikrosystemtechnik in Textilien bietet weitere interessante Anwendungen. So könnten eingebaute elektronische Geräte den Gesundheitszustand ihres Trägers überprüfen, Vital-Funktionen wie die Pulsfrequenz oder den Blutdruck überwachen, die sportlichen Aktivitäten registrieren oder Unterhaltungsmedien zur Verfügung stellen.

Auch das Einkaufserlebnis der Zukunft könnte durch intelligente Textilien mitbestimmt werden. In die Kleidung integrierte Speicherchips könnten dafür sorgen, dass der Kunde beim Betreten des Geschäfts erkannt wird und anhand seiner Kundenhistorie eine auf ihn persönlich zugeschnittene Beratung erhält.

Sensoren in der Kleidung zum Personenschutz, Leuchtflächen und Displays auf und im Textil, Diebstahlschutz und Fälschungssicherheit von Kleidung – die Forschungen im Bereich der intelligenten Textilien sind vielfältig, die Einsatzmöglichkeiten schier unendlich. Davon könnten auch Sicherheitsschuhe, die heutzutage bereits mit einem immer höheren Anteil an technischen Textilien ausgestattet sind, profitieren.

2 Antworten
  1. Florian sagt:

    Ich bin auf der Suche nach „Intelligenter Kleidung“ auf diesen Beitrag gestoßen. Ich hatte mich bisher größtenteils auf Elektronisch vernetzte Kleidung in einigen Beiträgen konzentiert. Die Sicht auf die Materialen, macht das ganze Thema für mich direkt noch einmal relevanter. Sehr interessanter Beitrag, ich werde mir selbst einmal Gedanken darüber machen. Weiter so!

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  2. Herbert sagt:

    Ich finde es einfach nur Klasse, dass immer wieder neue Hochleistungs Materialien entwickelt werden, die uns Arbeitern in unserem Beruf stark unterstützen. Ich selbst habe schon einige Ihrer Modelle erworben und bin hochzufrieden. Ich bin gespannt, welche Innovationen von Ihnen in der Zukunft noch erscheinen werden.

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19. August 2016 / von Christoph Nordmann