• Wohnzimmer bunt, Füße gesund

    Tipps vom Profi für Profis

    Christoph Nordmann, 22.05.2016

Sommer heiss, Fussschutz weiss

Nach gerade erledigtem Frühjahrsputz denken Eigentümer oder Mieter schon viel weiter: Ein kleiner Umbau oder ein bisschen Farbe in der guten Stube wäre im Hinblick auf graue Tage in der kalten Jahreszeit doch ganz nett. Ihr gehört zu den ausführenden Malern, Lackierern oder Innenausbauern? Dann denkt ihr hoffentlich an passenden Fußschutz! Denn die vielen Stunden im Stehen, in der Hocke oder auf den Knien belasten eure Füße. Und vor Herabfallendem oder Herumliegendem sind sie ebenfalls zu schützen. Nicht jeder Sicherheitsschuh ist dafür geeignet, weiß Thomas Schullenberg. Er ist seit über 25 Jahren Maler- und Lackierermeister und sein Betrieb im niederrheinischen Uedem liegt weniger als einen Kilometer von uns entfernt. Daher haben wir einfach mal bei ihm vorbeigeschaut. Er gibt die richtigen Tipps – vom Profi für Profis.

Was sind die Unfallgefahren in deinem Job?

„Wenn wir ein Wohnzimmer neu streichen, wird natürlich kaum etwas passieren, bei einer Brandsanierung sieht das aber schon anders aus“, sagt Schullenberg. „Dann müssen Wände und Geländer gestrichen, neue Böden verlegt und Glaserarbeiten vorgenommen werden. Für die Arbeiten an der Fassade geht es zudem oft aufs Gerüst oder auf die Arbeitsbühne. Hier sind Schutzhelme oder Handschutz aus gutem Grund Pflicht − und natürlich ein geeigneter Fußschutz.“

Bei der Arbeit auf Baustellen müssen Handwerker laut Gesetz Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 tragen.

„Ja, unsere Sicherheitsschuhe haben eine Stahlkappe zum Schutz der Zehen, eine Stahlzwischensohle, die schützt, wenn man in Scherben oder Draht tritt, und eine profilierte Laufsohle, damit man auch auf unebenen Untergründen einen sicheren Stand hat.“

Ohne Fußschutz geht ihr auf keine Baustelle?

„Richtig. Wenn ich oder einer meiner Angestellten sich verletzen und längere Zeit nicht arbeiten können, ist das für kleinere Betriebe wie meinen einfach schwer tragbar. Fehlzeiten werden teurer, und Personalmangel kostet im schlimmsten Fall Aufträge.“

… und stellt der Chef seinen Beschäftigten nicht die gesetzlich vorgeschriebene Schutzkleidung, haftet er im schlimmsten Fall selbst für die Behandlung von Verletzungen.
Berufsgenossenschaften erkennen nur Fußschutz an, der den Nachweis für die in Europa vorgeschriebene Zertifizierung nach EN ISO 20345 trägt. Das allein macht aber noch keinen guten Sicherheitsschuh. Worauf ist noch zu achten?

„Auf den Komfort. Ich trage meinen Fußschutz mindestens zehn Stunden täglich ohne Unterbrechung. Wenn da etwas drückt oder scheuert, wird die Arbeit schnell zur Qual.“

Was ist für dich dabei das wichtigste Kriterium?

„Die Passform. Wenn die Schuhe beim Gehen, Stehen und Knien gut und sicher sitzen und trotzdem angenehm sind, dann ist das schon die halbe Miete. Schon meine Mitarbeiter haben unterschiedlich breite Füße, trotz gleicher Größe. Damit der Schuh richtig sitzt, sollte man verschiedene Passformen ausprobieren.

Eine Frage noch, Thomas: Warum sind die Schuhe von Malern eigentlich meistens weiß?

„Das hat etwas mit dem Berufsbild zu tun. Die weiße Kleidung des Malers steht für Sauberkeit, wir klecksen nicht unkontrolliert herum, sondern stehen für Präzision. In meinem Betrieb ist mir das schon wichtig, wir sind ja Profis und keine Hobbyhandwerker. Das muss man uns auch ansehen.“

Weiße Schuhe benötigen aber auch eine intensivere Pflege, denn auch bei den besten Maler- und Lackierermeistern geht es nicht ganz ohne Farbspritzer, oder?

„Unsere Schuhe müssen aus hochwertigem Material sein, wie zum Beispiel Mikrofaser, weil das am besten zu reinigen ist. Und sie müssen möglichst wenig Nähte haben, in denen sich Farbe und Dreck festsetzen kann.“

Nicht nur in Weiß: Eine ganze Auswahl an auch farblich ansprechenden Sicherheitsschuhen gibt es in unserem Store – für Maler, Lackierer und die gesamte Innenausbaubranche:

https://elten-store.de/arbeitsschuhe-fuer-maler-und-innenausbaubranche/

Infobox

  • TIPP für Frauen: Auf die Passform sollten besonders auch die Damen achten, denen oftmals einfach kleinere Herrengrößen verkauft werden. Dabei sollte Fußschutz für Frauen genau auf die Anatomie des weiblichen Fußes zugeschnitten sein.
22. Mai 2016 / von Christoph Nordmann