• Welcher Sicherheitsschuh

    passt zu welchem Beruf?

    Denise Pollex, 08.03.2016

Spezielle Sicherheitsschuhe für spezielle Berufe

Welcher Sicherheitsschuh passt zu meinem Beruf? Welches Modell könnt ihr mir empfehlen? Diese Fragen erreichen uns immer wieder. Die fachgerechte Antwort zu finden ist oft gar nicht so leicht. Schließlich müssen wir wissen, wie euer Arbeitsplatz aussieht. Und das möglichst genau. Welche Tätigkeiten übt ihr aus? Was sind typische Gefahren in eurem Beruf? Auf welchen Böden arbeitet ihr?

Viele von euch bekommen den Fußschutz von der Firma gestellt. Eventuell dürft ihr aus mehreren Modellen auswählen. Das war’s. Wenn ihr mit euren Sicherheitsschuhen zufrieden seid, dann gibt es keinen Grund, sich weitere Gedanken über das richtige Arbeitsschuhwerk zu machen.

Vielleicht gehört ihr aber auch zu denjenigen, die von ihrem Chef etwas Geld erhalten und ihre Schuhe auf eigene Faust besorgen. Gerade in kleinen (Handwerks-)Betrieben ist das so üblich. Oder aber ihr seid mit der Wahl Eurer Firma nicht zufrieden. Der Schuh erfüllt sicherheitstechnisch zwar alle Anforderungen. Doch der Schuh passt nicht, sitzt nicht bequem oder macht optisch nicht so viel her – kurz: Ihr fühlt euch unwohl und sucht nach einer Alternative. Dann stellt sich die Frage: Welchen Sicherheitsschuh ziehe ich mir an?

Grundsätzlich: Welche Eigenschaften euer Sicherheitsschuh mitbringen muss, das ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, die euer Betrieb durchgeführt hat. Darin werden alle wahrscheinlichen Unfallszenarien durchgespielt – und am Ende steht fest, welche Schutzklasse (S1, S1P, S2, S3) ihr benötigt. Das ist schon mal ein Anfang. Doch die Schutzklasse bestimmt erstmal nur, welche Grundanforderungen der Schuh erfüllt. Aus Erfahrung wissen wir jedoch: Jede Branche ist anders. Auf welche Features es in welchem Beruf ankommt, das fassen wir für euch  in diesem Beitrag zusammen.

Schutz gegen Umknickunfälle

Abfallwirtschaft: Hop-on, hop-off – was die meisten von uns von der Städtebustour aus dem Urlaub kennen, gehört für Mitarbeiter von Entsorgungsbetrieben zum Alltag. Runter vom Trittbrett – und wieder rauf. Gerade dabei passieren viele Unfälle. Einmal falsch aufgekommen – und der Fuß ist umgeknickt. Oder noch schlimmer: Die Bänder sind verletzt. Eine lange Ausfallzeit ist in diesem Fall vorprogrammiert.

Wichtig sind deshalb Schuhe mit einem hohen Schaft. Sie geben dem Fußgelenk Stabilität. Zusätzliche Sicherheit und Halt bietet ein spezieller Umknickschutz. Ein solcher Umknickschutz ist unsere BIOMEX PROTECTION-Manschette. Anders als andere Umknick-Systeme engt die BIOMEX-Manschette das Fußgelenk nicht ein, sondern unterstützt es in seiner natürlichen Bewegung. Da Mülltonnen bei Wind und Wetter geleert werden, sollten die Schuhe außerdem wetterbeständig und atmungsaktiv sein. Hier bieten sich Modelle mit klimaausgleichender, wasserabweisender Gore-Tex® Ausstattung  an. Unser RENZO BIOMEX GTX verbindet beide Technologien.

Sicherheitsschuhe für den Bau, die Chemie und das Dach

Baugewerbe: Sicherheitsschuhe für den Bau müssen vor allem eines sein: robust. Auch wenn Textilien immer reißfester werden, ist Leder immer noch ein zuverlässiger Klassiker. Es ist widerstandsfähig und darüber hinaus leicht zu reinigen. Ein Spitzenschutz vermindert den Verschleiß. Gefahr droht auf einer Baustelle nicht nur von oben. Werkzeug, Schutt und andere spitze bzw. scharfkantige Gegenstände am Boden sind klassische „Tretminen“. Ein Durchtrittschutz gehört hier zur Pflichtausstattung. Da viele Bauarbeiten im Freien stattfinden, ist Wasserbeständigkeit ein weiterer Faktor – demnach kommen nur S3-Schuhe in Frage.

Ein klassischer Sicherheitsschuh für den Bau ist der RENZO, den es in verschiedenen Ausführungen (Halbschuh, Stiefel, Winter, Gore-Tex®, mit Biomex Protection-Umknickschutz) gibt. Aber auch der LEN, LEX oder LEROY sind kernige Alternativen.

Chemie- & Pharmaindustrie: In der Regel sind in Laboratorien Sicherheitsschuhe der Schutzklasse 1 und 2 ausreichend. Wichtig ist eine gute Rutschhemmung, um auf glatten oder feuchten Böden den Halt zu bewahren. Natürlich arbeiten in Chemie- und Pharmaunternehmen nicht nur Professoren im weißen Kittel. Wer diesem Bild jedoch entsprechen möchte – Sicherheitsschuhe gibt es auch in Blütenweiß.

Dachdecker: Über den Dächern sieht die Welt ganz anders aus – ihr aus dieser Höhe unfreiwillig nahezukommen, ist der Alptraum eines jeden Dachdeckers. Mehr noch als in vielen anderen Berufen ist hier sicherer Halt lebenswichtig. Regen und Schmutz auf dem Dach können Dachdecker ins Schlingern bringen. Sicherheitsschuhe sollten demnach zwingend über eine zuverlässige Rutschhemmung verfügen.

Laufsohlen aus Gummi eignen sich besonders, da sie abriebfest sind. Sie sollten aber unbedingt absatzlos, flach und griffig sein. Weitere Kriterien haben wir in einem eigenen Beitrag zum Thema Fußschutz auf dem Dach zusammengeführt. Mit dem ANDERSON führen wir bei ELTEN einen Sicherheitsschuh extra für Dachdecker im Programm.

Gebt unkontrollierter Entladung keine Chance

Elektronik verarbeitende Industrie: Elektrostatische Ladung ist nicht jedem auf Anhieb ein Begriff. Aber jeder von uns hat sie schon mal gespürt. Nämlich dann, wenn sie sich entlädt – beispielsweise wenn ihr über einen Teppichboden gelaufen seid und dann eine metallene Türklinke berührt habt. Plötzlich gibt’s einen gewischt. Überall dort, wo sensible Elektronik gefertigt oder verwendet wird (etwa in der Automobil-, der Kommunikations- oder Computerbranche), ist diese plötzliche, unkontrollierte Entladung unerwünscht – sie kann durch ihre hohe Spannung Geräte und Bauteile beschädigen. ESD-fähiger Fußschutz (ESD steht für ElectroStatic Discharge) sorgt für die kontinuierliche Ableitung elektrostatischer Elektrizität, bevor sie sich unkontrolliert entladen kann. Das Prinzip erklären wir euch in unserem Blogbeitrag ESD ausgestatteter Fußschutz genauer.

Da die Elektronik immer weiter Einzug in unser Leben hält, wird der Anteil ESD-fähiger Sicherheitsschuhe in Zukunft weiter zunehmen. Schon jetzt gibt es eine Vielzahl geeigneter Modelle. Ihr erkennt sie an dem kleinen, gelben ESD-Zeichen am Schuh.

Nicht lang gefackelt: die Features für Feuerwehrstiefel

Feuerwehr: Hier müssen wir nicht lang fackeln. Die „Feuerwehr-Norm“ 15090:2012 gibt vor, was ein Feuerwehrstiefel leisten bzw. aushalten muss. Die Grundanforderungen in Sachen Wärmebeständigkeit, Feuerfestigkeit der Nähte und Senkel sowie Antistatik sind genau definiert.

Ihr findet unterschiedliche Typen (Typ 1 etwa darf nur im Freien verwendet werden) und Grade, was die Wärmeisolierung der Sohle betrifft (ablesbar am so genannten HI-Wert). Weil jedoch im Notfall jede Sekunde zählt, hat sich in Deutschland ein Standard-Feuerwehrstiefel durchgesetzt – diesen könnt ihr am F2A-Symbol erkennen.

 F2A bedeutet: Die Schuhe erfüllen die Grundanforderungen und gehören zum Typ 2 (für Inneneinsätze geeignet). Die Feuerwehrstiefel unserer Marke JORI  machen da keine Ausnahme – und vor allem keine Kompromisse: Die Sohlen unserer Modelle halten die höchstmöglichen Werte in puncto Wärmeisolierung (HI 3, 250 Grad bei 40 Minuten) ein. Polster für ein angenehmes Tragegefühl, Fersen-Flex-Beuge für optimale Beweglichkeit in jeder Situation und atmungsaktive Klimamembran gibt es – je nach Modell – als Sonderausstattung obendrauf.

Safety first – vor allem auch am Flughafen

Flughafen: Safety first. Kaum einen anderen Ort im Alltag bringt man mit so vielen Sicherheitsvorkehrungen in Verbindung wie den Flughafen. Der Fußschutz des Personals nimmt da nur einen Bruchteil ein. Jedoch einen Bruchteil, der aber ganz bestimmt nicht zu vernachlässigen ist. Vor allem Service-Mitarbeiter der Flugzeugabfertigung  müssen mit allerhand Gefahren rechnen, wenn Sie auf dem Flugfeld unterwegs sind.

Flugpläne sind eng getaktet, viele Arbeitsschritte finden parallel statt. In der Eile können Unfälle passieren – durch herabfallende Gepäckstücke etwa. Zehenschutz gehört hier bei den Beschäftigten zur Grundausstattung. Da Flugzeuge bei (fast) jedem Wetter starten, benötigen die Service-Mitarbeiter mit einer guten Rutschhemmung und wasserbeständigen Obermaterialien. Da das Vorfeld ohnehin frei von herumliegenden Gegenständen sein muss, ist ein Durchtrittschutz nicht unbedingt erforderlich. Demnach eignen dort sich Sicherheitsschuhe der Sicherheitsklasse 2. Aber auch hier gibt es von Flughafen zu Flughafen Unterschiede.

Wichtig: Da Mitarbeiter am Flughafen regelmäßig Sicherheitsschleusen passieren, sind metallfreie Modelle von Vorteil – wenn der Detektor nicht ständig anschlagen soll.

Schutz und Komfort – beides muss stimmen

Garten- und Landschaftsbau: Ein grüner Daumen ist diesem Berufsfeld von Nutzen, blaue Zehen hingegen weniger.  Deshalb gehören S3-Sicherheitsschuhe im Garten- und Landschaftsbau zur Grundausrüstung. Schnell ist der Fuß unter einem Pflanzentopf oder Pflasterstein eingeklemmt, zusätzliches Gefahrenpotenzial birgt der Umgang mit schwerem Gerät.

Für festen Halt sorgt eine rutschhemmende Sohle, gerade bei Feuchtigkeit durch Regen oder Bewässerung. Damit Gärtner trocknen Fußes durch den Arbeitstag kommen, ist Wasserfestigkeit ein weiteres Kriterium – hier schaffen Materialien wie hydrophobiertes Leder und Gore-Tex® Membrane Abhilfe. Da viele Tätigkeiten im Knien ausgeführt werden, kommt es zusätzlich auf Flexibilität an – diese wird unter anderem durch den Einsatz eines nichtmetallischen Durchtrittschutz ermöglicht.

Schutz mit optimalem Komfort kombinieren unsere Sicherheitsschuhe aus der LOWA WORK  Collection  – die sind speziell auf die Bedürfnisse von Outdoor-Spezialisten zugeschnitten.

Handwerk: Hier kommt es ganz auf die Einsatzart und den Einsatzort an. Durchtrittschutz ist im Handwerk immer gut, denn wo gehobelt wird, da liegen Werkzeuge. Für den Schreiner, der hauptsächlich in der eigenen Werkstatt bzw. in geschlossenen Räumen arbeitet, sind S1P-Schuhe ausreichend. Wer nicht garantieren kann, dass er immer im Trockenen arbeitet, der sollte zu einem S3 greifen. Was weitere Features betrifft, das ist eine Frage des Gewerkes – und des Typs. Von der klassischen Variante bis hin zum modischen Sicherheitssneaker lässt sich für jeden Geschmack etwas finden.

Das Arbeitsunmfeld entscheidet über den Schuh

Haustechnik: Die Heizungsanlage im Keller streikt, in der vierten Etage ist eine Lampe aufgefallen. Und damit es nicht langweilig wird, fallen auf dem Weg dazwischen noch ein paar Aufgaben an. Facility Manager reißen auf überschaubarem Raum mehr Kilometer ab, als manch einer denkt. Klobige Treter sind da nur ein Klotz am Fuß. Der ideale Sicherheitsschuh für diesen Bereich ist leicht und flexibel, schließlich lassen sich viele Reparatur- und Wartungsarbeiten nur in kniender oder hockender Position verrichten.

Weitere Kriterien ergeben sich aus dem Arbeitsumfeld. Ist der Boden glatt und wird öfters feucht, durch verschüttete Flüssigkeiten oder häufiges Wischen etwa, dann sind rutschhemmende Sohlen ratsam. Es gibt Sohlenkonzepte, die extra für Arbeiten in Indoor-Bereichen entwickelt wurden. Dazu gehört unsere DIMENSION PRO-Serie, deren Modelle neben einer erhöhten Rutschsicherheit mit Flexkerben für ein verbessertes und natürliches Abrollen des Fußes sowie mit einer gelenkschonenden Dämpfung ausgestattet sind. Für ein dynamisches Laufgefühl auf besonders harten Hallen- und Flurböden gibt es unsere WELLMAXX-Serie.

Schnittschutz bei Arbeiten mit der Motorsäge

Holzfäller/Forstberufe: Achtung, Baum fällt! Zugegeben, wenn ein mächtiger Stamm zu Boden kracht, dann kommt es auf mehr als auf das richtige Schuhwerk an. Dennoch stellen Arbeiten im Wald ganz eigene Ansprüche an den Fußschutz. Gerade wenn Kettensägen im Spiel sind, dann sind Schnittschutzstiefel gemäß der Norm ISO 17249 unerlässlich. 100-prozentige Sicherheit gegen Schnitte durch abgerutschte Sägen gibt es nicht, die Erfahrung zeigt jedoch, dass spezielle Fasern im Material die Kette abbremsen und somit einen erhöhten Schutz bieten. Ein Schnittschutzschuh der Schutzklasse 2 etwa übersteht eine Kettengeschwingkeit von 24 m/s.

Unser Forststiefel ARBORIST erfüllt diese Kriterien. Darüber hinaus eignet sich dieser robuste, strapazierfähige Schuh für besonders harte Outdoor-Bedingungen. Die grobstollige Laufsohle ermöglicht sehr guten Halt auf unebenen Untergründen und ist kälteisoliert. In Kombination mit der atmungsaktiven Gore-Tex®-Klimamembran ist er ein sicherer Begleiter, auch bei widrigen Wetterverhältnissen.

Produktion: An dieser Stelle gehen wir von einer aufgeräumten Produktion aus. Nichts liegt auf dem Boden, es droht keine Gefahr von unten. Dann genügen S1-Schuhe ohne Durchtrittschutz. Müsst ihr damit rechnen, dass es mal feucht werden kann (in der Lebensmittelproduktion etwa, wenn ihr mit Flüssigkeiten hantiert oder der Weg zum Lager nicht überdacht ist), solltet ihr auf wasserbeständige S2-Varianten zurückgreifen.

Falls der Funke mal wieder über springt

Weitere wichtige Kriterien ergeben sich aus der Bodenbeschaffenheit und dem Klima eures Arbeitsplatzes. Lauft ihr auf harten Industrieböden, lohnt es sich, über die richtige Dämpfung nachzudenken. Die elastisch-weiche  Infinergy®-Zwischensohle in unseren WELLMAXX-Modellen wirkt wie eine Federung. Er erleichtert euren Gang und lässt eure Füße weniger ermüden. Gerade in Hallen, in denen viele Maschinen in Betrieb sind, heizt sich die Luft schnell auf. Mit luftigen Sicherheitsschuhen wie dem BREEZER kommt ihr nicht so schnell ins Schwitzen – oder aber ihr greift zu einer Sicherheitssandale.

Schweißer: Bei euch im Job springt der Funke über? Schweißerstiefel müssen resistent gegen Kontaktwärme sein – damit der Schuh nicht „wegschmilzt“. Das gilt auch für sensible Komponenten wie Nähte oder Sohlen, die hitzebeständig bzw. wärmeisoliert sein müssen. Die Sohle unseres Schweißerstiefels CARL übersteht dauerhafte Hitze bis ca. 200 Grad, kurzzeitig sogar bis 300 Grad. Eine Schutzmanschette verhindert, dass Funken eindringen, ein Schnellverschluss sorgt dafür, dass ihr den Schuh innerhalb kürzester Zeit öffnen und ausziehen könnt. So behalten Schweißer auch in kritischen Situationen einen kühlen Kopf.

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8. März 2017 / von Denise Pollex