Orthopädische Anpassung: So bleibt der Versicherungsschutz - ELTEN GmbH
  • Orthopädische Anpassung von Sicherheitsschuhen:

    So bleibt der Versicherungsschutz bestehen

    Christoph Nordmann, 19.05.2016

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Immer mehr Menschen benötigen orthopädische Maßnahmen, häufig für ihre Schuhe. Hier können Zurichtungen oder Einlagen bei verschiedenen Problemen wie Fehlstellungen, Fehlbildungen oder schmerzhaften Erkrankungen des Fußes positiv wirken. Und das möglichst in jedem Schuh, der getragen wird – also auch in Sicherheitsschuhen. Da diese strengen Normen unterliegen, muss bei der orthopädischen Veränderung von Fußschutz einiges beachtet werden. Denn sonst drohen Unfälle, Verletzungen und der Verlust des gesetzlichen Unfallversicherungsschutzes. Ich habe für Euch die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengestellt.

Die orthopädische Anpassung von Sicherheitsschuhen ist in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus gerückt. Aus gutem Grund, schließlich ist heute schätzungsweise etwa jeder zehnte Beschäftigte auf orthopädische Nachbesserungen angewiesen. Die Arbeitgeber achten mittlerweile verstärkt darauf, dass ihre Mitarbeiter sich wohl fühlen und gesund bleiben. Das wird aufgrund der demografischen Entwicklung auch immer wichtiger, denn die Menschen arbeiten länger und werden mit zunehmendem Alter oft schwerer. Dadurch kann es eher zu Überbelastungen und Fehlstellungen kommen. Wird dies ignoriert, können schmerzhafte Erkrankungen oder auf Dauer gar Fehlbildungen des Fußes die Folge sein.

Orthopädische Vermessungen als Basis für geeignete Maßnahmen

Vorbeugend und als Beratungsgrundlage bei bestehenden Problemen bieten wir unseren Kunden orthopädische Vermessungen an. Dabei werden die Füße der Beschäftigten direkt im Betrieb mit einem speziellen Scanner vermessen. Anhand der Bilder wird analysiert, ob der Träger beispielsweise Platt-, Senk- oder Spreizfüße hat oder etwa unter Druckstellen leidet, die genau lokalisiert werden müssen.

Ist ein Problem erkannt, können gezielt Gegenmaßnahmen getroffen werden. Um Fehlstellungen entgegenzuwirken und Schmerzen zu minimieren, helfen oft bereits orthopädische Einlagen. In anderen Fällen sind Abrollhilfen oder Erhöhungen ratsam, die der Orthopädie-Schuhtechniker entsprechend zurichtet. Dadurch können beispielsweise Beinlängenunterschiede ausgeglichen und dadurch hervorgerufene Folgeschäden vermieden werden.

Vorab empfehle ich in jedem Fall den rechtzeitigen Besuch beim Orthopäden, der den individuellen Bedarf ganz konkret ermittelt und das dazu stets nötige Rezept ausstellt. Beschäftigte sollten hier nicht zögern, denn schließlich verbringen sie täglich viele Stunden in ihren Sicherheitsschuhen. Unternehmen sie nichts, verschlimmern sich die Symptome in den meisten Fällen. Anhaltende Schmerzen können die Folge sein; es kommt zu Fehlzeiten und mitunter droht sogar die Berufsunfähigkeit. Daher sollte sich rechtzeitig um Fußschutz mit hohem Tragekomfort gekümmert werden – einschließlich der Überlegung, welche Anpassungen erforderlich sind.

DGUV-Regel 112-191: Die haben Sie besser drauf…

Bei allen Maßnahmen am Schuh spielt die DGUV-Regel 112-191 eine wichtige Rolle. Diese besagt, dass der Fußschutz seine Zertifizierung verliert, wenn er in irgendeiner Form verändert wird. Mit dem Verlust der Zertifizierung erlischt auch der gesetzliche Unfallversicherungsschutz. Wer also in seinen Freizeitschuhen beispielsweise Einlagen trägt und diese als Beschäftigter einfach gegen die Standardeinlagen in seinen Sicherheitsschuhen austauscht, muss mit bösen Folgen rechnen. Denn möglicherweise verkleinert sich durch die nicht zertifizierte Einlage der Freiraum unter der Zehenschutzkappe oder der Sicherheitsschuh verliert seine antistatischen Eigenschaften. Bei einem Unfall kann es dann trotz Fußschutz zu Verletzungen kommen und die Versicherung zahlt nicht.
Bei uns werden die Modelle deswegen vorab zusätzlich für die gängigen orthopädischen Einlagen und Zurichtungen zertifiziert. So entsteht ein Rahmen, in dem Orthopädie-Schuhtechniker die Modelle bearbeiten können, ohne dass eine erneute Prüfung notwendig wird. Fertigungsanweisungen zeigen, wie die entsprechenden Modelle verändert werden können, ohne die Normkonformität zu gefährden. In den Anweisungen wird genau erläutert, welche orthopädischen Zurichtungen durch die Baumusterprüfbescheinigungen des Herstellers gedeckt sind.

Mein Rat an die Sicherheitsexperten der Betriebe lautet also:

  • Führen Sie für jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durch, um den Bedarf an Fußschutz zu ermitteln.
  • Stellen Sie Ihren Beschäftigten entsprechende, gut sitzende Sicherheitsschuhe bereit und weisen Sie sie vor dem ersten Gebrauch ein – auch damit zum Beispiel keine falschen Einlagen ins zertifizierte Schuhwerk gelangen.
  • Informieren Sie über die Möglichkeiten der orthopädischen Zurichtung. Letztlich profitieren Sie auf diese Weise von gesunden und leistungsfähigen Mitarbeitern.

Infobox

Wer zahlt für orthopädische Anpassungen?

Für orthopädische Zurichtungen und orthopädische Einlagen gilt generell: Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nur bei Privatschuhen – nicht aber bei Sicherheitsschuhen. Hier tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein, sofern eine Fußschädigung die Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist. Liegt kein Arbeitsunfall vor, kommen andere Kostenträger infrage – zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit. Inzwischen beteiligen sich aber auch viele Unternehmen selbst an den Kosten für orthopädisch veränderten Fußschutz. Schließlich wäre ein Ausfall ihrer Mitarbeiter meist teurer. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage unter http://elten.com/ortho/kostenerstattung/.

19. Mai 2016 / von Christoph Nordmann
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