• Auch Rettungshunde

    sollten ELTEN tragen!

    Sabrina Sigmund, 26.02.2021

Suchmission in Sicherheitsschuhen

Der Rettungshund: Freund und Helfer für Menschen in allen Notlagen. Weder dichtes Gestrüpp noch steil abfallendes Gelände stellen für ihn ein Hindernis dar, um vermisste oder verschüttete Personen zu finden. Wir haben mit Thomas Kälber von der BRH-Rettungshundestaffel Nördlicher Schwarzwald gesprochen und haben ihn gefragt, wie ein Einsatztag eines Suchtrupps aussieht. Dabei hat er uns verraten, welche Voraussetzungen das Gespann aus Hund und Mensch mitbringen muss, wie groß die Fläche ist, die ein Rettungshund in 30 Minuten absuchen kann, und wieso er im Einsatz nicht auf ELTEN Sicherheitsschuhe verzichten möchte.

Thomas Kälber ist einer von 18 Hundeführern der BRH-Rettungshundestaffel Nördlicher Schwarzwald. Die Rettungshundestaffel mit Sitz in Keltern bei Pforzheim stellt professionelle Teams zur Suche von vermissten Menschen in unübersichtlichem Gelände sowie zur Ortung von Verschütteten nach Unfällen oder Katastrophen bereit. Sie ist Mitglied im Bundesverband Rettungshunde (BRH), der größten rettungshundeführenden Organisation in Deutschland. Heute gehören dem Verband über 80 Staffeln im ganzen Bundesgebiet mit mehr als 2.000 Mitgliedern und 700 Spürhunden an.

Hallo Thomas und herzlich willkommen bei ELTEN. Bei uns und bei euch spielt Sicherheit eine große Rolle. Was würdest du sagen, wie kann man die Rettungshundestaffel kurz und knapp beschreiben? Und warum und wie lange bist du schon bei deiner Staffel dabei?

Die Rettungshundestaffel bedeutet für mich Ehrenamt und Gutes tun, gemeinsam mit dem eigenen Hund. Wir sind eine Gemeinschaft, die etwas bewegen kann, gepaart mit Zusammenhalt, Teamgeist und Aktivität in der Natur. Das Wichtigste: Wir arbeiten kostenlos aber nicht umsonst! In wenigen Tagen ist es schon 14 Jahre her, seit ich das erste Mal am Training der Rettungshundestaffel Nördlicher Schwarzwald teilgenommen habe. Da war mein Labrador Berry gerade neun Monate alt. Es hat mich sofort begeistert, mit den Hunden zu arbeiten und so vermisste oder verschüttete Personen zu retten. Unser Ziel ist es, die Hunde „einsatzfähig“ zu machen und so Menschenleben retten zu können.

Das ist wirklich bewundernswert. Kannst du uns beschreiben, wie ein Tag im Einsatz abläuft? Wie können wir uns den Ablauf einer Suchaktion mit einem Rettungshund vorstellen?

Die Einsatzalarmierung unserer Staffel erfolgt entweder durch die integrierte Leitstelle über den Alarmempfänger oder über eine installierte App auf dem privaten Handy. Häufig ist mit der Alarmierung eine Verfügbarkeitsabfrage verbunden; hier bekommen wir meist schon die ersten Informationen, z.B. über den Ort des Einsatzes. In der App geben die verfügbaren Kräfte ihre Anfahrtszeit an, wie lange sie zum Einsatzort brauchen. In der Pandemiezeit fahren wir alle mit unseren Privat­fahrzeugen an. Im Normalfall haben wir einen Treffpunkt, wo wir in das Einsatzfahrzeug umsteigen und gemeinsam anfahren. Am Einsatzort angekommen werden wir von unserem Zugführer über die Lage bzw. die vermisste Person informiert. Dort ist es wichtig, so viele Infos wie möglich zu erhalten. Wie heißt die vermisste Person? Wo wurde sie zuletzt sicher gesehen? Welche Kleidung trägt sie? Wie war die emotionale Stimmung beim „Verschwinden“? Werden Medikamente benötigt? Im Anschluss teilt der Zugführer mit unseren Kooperations­partnern DRK, Malteser und Co. die Suchgebiete ein. Vor Ort werden geographische Kartenausschnitte gedruckt und unter den Rettungsteams verteilt.

Ein Rettungshundeteam besteht immer aus mindestens einem Hundeführer mit Hund und einem Suchtrupphelfer. Der Hundeführer kann sich somit ganz auf seinen Hund konzentrieren, während der Suchtrupphelfer den Funkverkehr und die Orientierung im Gelände mit dem GPS-Gerät übernimmt. Das Einsatzteam begibt sich in das zugeteilte Suchgebiet, wo es seine Suche auf dem GPS-Gerät aufzeichnet. Bei sehr schwierigem Gelände können auch die Hunde mit GPS-Halsbändern ausgestattet werden, somit kann genau ausgelesen werden, wo die Teams mit den jeweiligen Hunden gesucht haben. Wenn das Gebiet abgesucht ist, stehen die Zugführer mit der Einsatzleitung in Kontakt. Zeigt ein Hund Auffälligkeiten im Gebiet, wird bei Bedarf ein weiterer Hund an dieser Stelle eingesetzt. Ein Rettungshund ist in der Lage, in ca. 30 Minuten eine Fläche von rund 30.000 m² abzusuchen.

Ist dir persönlich eine Rettungsaktion besonders in Erinnerung geblieben?

Ein Highlight unserer Rettungshundearbeit ist ein „Lebendfund“! Hier ist es immer eine Teamleistung und irrelevant, welche Einheit gefunden hat. Hauptsache die Person wurde gefunden. Wie z.B. vor fünf Jahren, als eine ältere Dame im Hochsommer nicht von ihrem Nachmittagsspaziergang zurückgekehrt war. Berry und ich waren eines von über 70 Rettungshundeteams aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Kurz vor unserem Suchbeginn wurde über Funk aus einem Nachbar­suchgebiet der Fund einer gestürzten Person gemeldet. Schnell war klar, dass es sich um „Oma Erna“ handeln muss. Sie wurde von unserer Notärztin erstversorgt und dem Rettungsdienst übergeben.

Ende gut, alles gut. Nun zu euren treuen Suchgefährten. Was muss ein Hund mitbringen, um für eine Rettungshundestaffel geeignet zu sein? Hat jeder Hund „das Zeug dazu“ oder kommen nur bestimmte Hunderassen in Frage?

Im Prinzip ist jeder Hund, egal welcher Rasse, auch Mischlinge, geeignet. Die Hunde sollten gut motivierbar (durch Futter oder Spiel), nicht aggressiv (also sozialverträglich) sowie gesund­heitlich geeignet sein (also keine Kurzschnauzen oder extrem kleine oder extrem große Hunde). Auch die jagdliche Motivation sollte sehr gering sein, da wir im Einsatz auch mit Wild Kontakt haben können. Die Ausbildung kann bereits im Welpenalter beginnen, jedoch sollte der Hund nicht älter als drei Jahre sein, da die Ausbildung zum Rettungshund ca. zwei bis drei Jahre dauert. Der Vierbeiner muss haftpflichtversichert sein sowie einen vollständigen Impfschutz vorweisen.

Okay und gibt es bestimmte Voraussetzungen oder Fähigkeiten, die das Hund-Mensch-Gespann mitbringen muss, um Teil der Rettungsstaffel zu werden?

Der Mensch muss bereit sein, viel Zeit zu investieren, sei es für Trainingseinheiten oder Vorführungen sowie Einsätze zu allen Tages- und Nachtzeiten, egal bei welcher Witterung. Zudem muss er verschiedene Kurse absolvieren, z.B. Erste Hilfe Mensch/ Erste Hilfe Hund, Funklehrgang und an verschiedenen Fortbildungen der Staffel/des Verbands teilnehmen. Sehr wichtig ist auch die Teamfähigkeit zwischen Mensch-Mensch und Mensch-Hund, denn man ist immer im Team unterwegs und muss sich auf seinen Hund und Suchtrupphelfer verlassen können.

Das stimmt. Aber erzähl nochmal kurz, wie bist überhaupt du zu ELTEN gekommen? Und warum setzt du dich dafür ein, dass die Mitglieder deiner Rettungshundestaffel ELTEN Sicherheitsschuhe tragen? 

Natürlich. Auf die Idee mit ELTEN zusammenzuarbeiten kam ich, als ich den Radiospot mit Elton im Radio hörte. Das hat mich sofort dazu animiert, mit ELTEN Kontakt aufzunehmen. So entstand die Idee: „Auch Rettungshunde sollten Elten tragen!“ Ich selbst trage ELTEN Sicherheitsschuhe beim Training und in der Ausbildung. Außerdem habe ich ein Paar ELTEN Feuerwehrstiefel, diese trage ich ebenfalls gerne beim Trümmertraining. Beim täglichen „Gassi-Gang“ und beim Rettungshundetraining im Wald geht es über „Stock und Stein“ – dabei trage ich den RENZO S HIGH ESD S3 HI. Dank seines Obermaterials aus Rindleder ist er ausgesprochen robust und strapazierfähig. Zudem sind Modelle mit BIOMEX PROTECTION© Manschette für unseren Einsatzbereich geeignet, denn auf unwegsamem Gelände kann man schnell mal umknicken. Bei Übungen und Einsätzen auf Trümmern, wie man sie bei eingestürzten Gebäuden zu erwarten hat, sind S3-Sicherheitsschuhe mit hohem Schaft vorgeschrieben. Hier ist häufig mit hervorstehenden Armierungseisen oder ähnlichen Risiken zu rechnen.

26. Februar 2021 / von Sabrina Sigmund
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